Scheisse ist Ansichtssache

Manchmal ist alles doof. Nichts klappt, wie es sollte. Als wäre das Schicksal mit dem falschen Bein aufgestanden und einen Tag lang auf einen sauer. Wie die Milch, die man sich an solchen Tagen in den Kaffee schüttet. Zum Glück kann man mit der richtigen Einstellung dem schlecht gelaunten Schicksal den Mittelfinger zeigen.

Wie das geht? So.

In den letzten drei Jahren habe ich auch an so richtig mühsamen Tagen immer wieder Herzen gesehen – und sie fotografiert. Herzen, die ohne menschliches Zutun auf natürliche Weise entstanden sind. Zugegeben, bisweilen sind sie nur mit etwas Fantasie erkennbar. Aber sie sind eben erkennbar! So die schnulzige, aber vielleicht auch etwas wahre Botschaft dieser Bildstrecke: Wenn man Liebe sehen will, dann kann man sie sehen.

Haben auch Sie schon einmal ein „natürliches“ Herz gesehen? Dann schicken Sie es uns doch! Wir würden uns freuen. Unter allen eingesendeten Fotografien verlosen wir eine edle Flasche Bündner Schillerwein. Dazu gibt es eine Karte mit herzlichen Grüssen von Christian Schiller und mir.

Das Kuhfladenherz. Die schönste Alpenpizza, die ich je gesehen habe – «gebacken» von einer Kuh auf der Engadiner Alp Timun.
Das getropfte Herz. Wieder ein Herz, dessen Ursprung wohl ein Hinterteil ist. Angetroffen in der Badi Wyler in Bern.
Das Lianenherz. Ob Jane im Dschungel von Sumatra Tarzan eine versteckte Botschaft zukommen lassen wollte?
Das steinerne Herz. Wird die Töss es je weichspülen können?
Das gespritzte Herz. Der herzförmige Wasserfleck bildete sich, nachdem meine Blumenvase umkippte und zerbrach. Scherben bringen eben doch ähm... Liebe.
Das Schwanenherz. Eine Freude, bei so einem seltenen, nur Sekunden dauernden Moment zufällig am Zürcher Bellevue anwesend zu sein – und noch knapp genügend Akku auf dem Handy zu haben für einen Schnappschuss.
Das geteerte Herz. Galant umkurvt bei einer Bike-Tour auf den Berner Bantiger.
Das Kartoffelherz. Die schöne Knolle ist auf dem Küchenboden statt im Dampfkochtopf gelandet – und hat deshalb die volle Aufmerksamkeit gekriegt.
Das Herz im Stein. Oder: Ein Stein mit Herz? Aufgelesen am Gardasee.
Das Eierherz. Ob es von einem verliebten Huhn stammt?
Das hölzerne Herz. Die süsse Botschaft in meinem Parkett hat schon manchem Gast ein Lächeln auf die Lippen gezaubert.
Das Kresseherz, serviert im österreichischen Nenzing. Entzückend auf dem Teller, scharf im Abgang.
Das Kieselherz. Gekitzelt von einem Grashalm in Bonaduz.
Das Wolkenherz. Schaut man ganz genau, dann ist sie in der Ferne eindeutig undeutlich erkennbar: die herzförmige Wolke über dem Gurten in Bern.

Bigna Silberschmidt

Bigna ist Texterin und Beraterin bei Schiller Kommunikation. Als ehemalige Newsjournalistin und Gründerin eines Reportagemagazins sind ihre Fühler stets nach spannenden Geschichten ausgestreckt. Hier bloggt Bigna über Dinge, die zumindest sie selber erzählenswert findet.

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